Dualaktivierung und Equikinetik mit Michael Geitner

15. August 2016

„Joa mei seit’s ihr denn scho alle wach?“ begrüßt uns Michael Geitner am Samstagmorgen um 9 Uhr. In der ersten Theorieeinheit folgten viele Anekdoten zum „Haflinger-Tier“, wie gut Pferde darin sind UNS zu bewegen und die Frage, warum blau-gelb so sinnvoll ist. Ich muss ja zugeben, dass ich blau-gelb immer etwas belächelt habe und grundsätzlich (bzgl. der Equikinetik) kein Freund des Longierens bin.
Nun gut, gesagt, getan luden meine Schwester und ich die Pferde ein, um unseren diesbezüglichen „Scheuklappenblick“zu erweitern.
Am Samstag durften die 8 Pferd-Reiter-Paare sich zunächst vertraut machen mit der Equikinetik. Also dem longieren auf einer 5m -Volte, die durch vier Gassen aus blauen und gelben Schaumstoffstangen besteht. Die Farben Blau und Gelb sind die einzigen Farben, die die Pferde als solche erkennen. Alles andere sehen sie als Grautöne. Aufgrund dessen, dass das Gehirn diese zwei Farben als solche erkennt, schaltet es schneller zwischen den Beiden Gehirnhälften hin und her (ähnlich der EMDR-Therapie für Menschen). Gesehenes und erlerntes können so schneller verarbeitet werden. Somit trainiert das Pferd nicht nur sein Gehirn sondern seinen kompletten Muskelapparat. Das Intervalltraining basiert auf einem individuellen Trainingsplan, der auf dem isokinetischen Trainingsprinzip beruht. Dies bedeutet, dass Muskelgruppen während des Longierens durch die Quadratvolte für eine bestimmte Zeit (Intervalle) mit bestimmten Pausenzeiten, gleichstark angespannt und so trainiert werden.
Die Stute „Honey“, die ich mit genommen hatte, lief nun also durch die Quadratvolte. Michael hatte eine App in der er die Intervalle einstellen konnte. Für den Anfang, also bis das Pferd auch nach der Einheit noch entspannt und Fit ist, sollten
1) 2 Intervalle im Schritt für eine Minute und je 30 Sekunden Pause dazwischen
2) 6 Intervalle im Trab für eine Minute und je 30 Sekunden Pause dazwischen
gewählt werde. Danach sollten je Bedarf des Pferdes (!!!) die Intervalle hochgesetzt werden.

Die Stute „Honey“, die bis dato noch keine Equikinetischen Erfahrungen gemacht hatte, war sichtbar angestrengt und musste sich sehr auf ihre Koordination konzentrieren.
Es war förmlich spürbar, wie ihr Körper sich nach und nach versuchte selber gerade zu richten und sie in ein neues Bewegungsmuster suchte. Nach und nach ließ sie den Hals fallen und öffnete das Genick.

Auch am Sonntag starteten wir wieder mit einer Theorieeinheit in Michaels fast schon perfektem Hochdeutsch;).
Gespickt mit ungemeinem Fachwissen, Witz und Herzlichkeit lauschten alle Teilnehmer diesem Morgen.
An diesem Tag durften wir uns in der gerittenen Dualaktivierung versuchen. Immer in 2er Teams starteten meine Schwester und ich mit unseren Stuten (diesen Stuten lasse ich unendlich viel Dankbarkeit und Liebe zukommen. Sie sind einfach ganz wunderbar❤️❤️)
In der gerittenen Dualaktivierung werden unterschiedliche Parcours mit blau-gelben Schaumstoffstangen bewältigt. „Durch ständige
Rechts-Linkswechsel in der Dualaktivierung, lernt das Pferd umzulasten, gewinnt an Balance und Koordination“ so Michael Geitner.
Hierzu kann ich sagen, dass die Stute im Vergleich zwischen der Vor-und Nachmittagseinheit, in der Nachmittagseinheit eine deutliche Steigerung ihrer körperlichen Koordination aufwies. Alleine das in einer acht durchrittene Dreieck bewältigte sie am Nachmittag so gut, das sie nicht jedes Mal hinüber stolperte.
Auch in diesem Kurs war es mal
wieder so, dass die Pferde mir gezeigt haben was ihnen hilft und gut tut.
Ich freue mich auf ein hoffentlich baldiges Wiedersehen für einen weiteren Kurs mit Michael Geitner.

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Bis dahin alles Liebe für euch und eure Vierbeiner✨✨

„You can be the change“