Rollkur – oder weiß sie es nicht besser?!

30. Januar 2016

Heute bin ich an einer Pferdweide vorbei gekommen. Die Pferde standen am Heu; Eins wird longiert auf der Wiese. Alles scheint entspannt (auch bei mir). Da kommt eine junge Frau um die Ecke. Dem gerade noch mit Ausbindern longierten Pferd werden die Longe und Ausbinder abgeschnallt, die junge Frau steigt auf, fasst die Zügel kurz und trabt los (es sind schließlich -7 Grad und die Reiterin muss sich aufwärmen -Ironiemodus aus-). Das eigentliche Frauchen äppelt derweilen ab. Die Hände der „Bereiterin“ ziehen rückwärts in Richtung Oberschenkel. Dem Pferd bleibt nichts anderes übrig, als dem schmerzenden Metallgebiss auf der Zunge und auf den Laden nach hinten hinter die Senkrechte Hals-Kopf-Position zu entweichen. Da folgt schon der nächste Zug. Zug um Zug, Runde um Runde, Schmerz um Schmerz. Zum Schluss sehe ich nur noch den Rücken des Pferdes mit der Reiterin oben drauf hinter dem Feldwall hervorblicken. Der Kopf und den Hals des Pferdes kann ich nicht mehr sehen. „Runter geriegelt“!?
An nachgeben wird hier nicht gedacht. Höchstens das Pferd versucht nachzugeben, dies jedoch vergebens, weil jeder CM den es sich versucht etwas nach vorne zu lösen, um dem Schmerz dieser Position zu entweichen, mit einem weiteren Zug in Richtung Oberschenkel der Reiterin, auf die zarte Zunge des Pferdes, geahndet wird. In mir macht sich Herzklopfen breit. „Nein Anna“ spreche ich mir zu, „sie weiß es nicht besser“. Dann spricht mein Pferdeherz noch lauter „wenn sie es nicht besser weiß, sollte sie sich nicht auf so ein empfindsames Pferdewesen setzten“!
Ich schwanke in mir und bemerke dabei, dass ich nicht einmal wüsste, welche Form meine Kritik haben könnte (der Besitzerin und der Bereiterin gegenüber, denn und das ist ein Phänomen in der Reitszene, Kritik fühlt sich hier bei den meisten an wie ein Totalschaden und komplett Zusammenbuch auf Egoebene. Aber und das habe ich für mich lernen können, wenn ich selber offen bleibe, die Methoden, Techniken und Theorien ständig in Frage stelle, bleibe ich flexibel in den Bewertungen in meinem Kopf und in der Selbstreflexion. Wenn ich mich und mein Handeln immer wieder in Frage stelle, kann ich mit wachen Sinnen durch die (Pferde-)Welt gehen und empfinde hinter einer Kritik eine neue Möglichkeit und keinen „Totalschaden“.
Ich weiß, es verändert sich gerade schon einiges zum positiven in der noch so oft unreflektierten, inkongruenten und ambivalenten Pferdewelt. Doch eine Frage bleibt: Wer wird die hier beschriebene Reiterin aus ihrem Zustand „sie weiß es doch nicht besser“ „befreien“ und ihr „besseres“ (Pferdegerechteres) Wissen zukommen lassen?
Ich plädiere immer „you can be the change“. Vllt ist es tatsächlich der Mut, der (mir) hier nicht ausreichend vorhanden ist, um mich für Pferdegerechtigkeit stark zu machen.
Dabei ist Mut nicht immer ein lautes Gebrüll. Manchmal ist es auch eine leise Stimme am Ende des Tages, die Spricht: „morgen versuche ich es wieder“
… Und dann Vllt einfach etwas Pferdegerechter…

Also denkt dran:
„You can be the change“
❤️🙏🐴🙏❤️

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